Kolumne
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26. Januar 2012
Wie die Zeit doch vergeht. Es ist schon wieder fünf Monate her, als sich ein Mitarbeiter der TSG Hoffenheim dazu genötigt sah, den edlen Ritter Dietmar Hopp gegen die bösen Buben aus Dortmund mit einer Lärmkanone zu verteidigen. Unser Enthüllungsartikel "Bundesligaskandal: BVB Fans werden im Gästeblock durch Hochfrequenzanlage beschallt" hatte so ziemlich jede Sportredaktion dieses Landes erreicht und das Medienecho war dementsprechend gewaltig ausgefallen. Nach verzweifelten Versuchen die Lärmattacke abzustreiten, war der Schuldige dann schnell bei der TSG gefunden: es war der Hausmeister und nicht der Gärtner. Damit schien die Sache auch weitgehend erledigt zu sein. Die Staatsanwaltschaft Heidelberg nahm nach dem Eingang mehrerer Strafanzeigen sich der Sache an und der DFB Kontrollausschuss, der sonst in der Regel nur wenige Tage bis Wochen braucht ein Urteil zu fällen, lehnte sich in den Schaukelstuhl. "Man wolle die strafrechtlichen Ermittlungen abwarten", hieß es bislang aus der DFB Zentrale in Frankfurt. Dies war dann auch am 13. Dezember des vergangengen Jahres geschehen. "Wegen erwießener Unschuld" war das Ermittlungsverfahren eingestellt worden. Warum dies so war, erklärte der zuständige Gutacher bei unserern Kollegen von schwatzgelb.de.





Was für eine Woche hatte der BVB da seinen Fans beschert. In den Medien war von der „Woche der Wahrheit“ unlängst die Rede. Zunächst stand der dritte Sieg in Folge gegen den selbst ernannten Meisterkandidaten aus München an. Bis zur letzten Saison hatte Borussia Dortmund 19 Jahre lang nicht mehr in München gewinnen können, nun folgte mit einem Paukenschlag der zweite Auswärtssieg in Serie in der bayrischen Landeshauptstadt. Vor dem Spiel hatten sich die Münchner bereits siegesgewiss auf der Zielgeraden zur Meisterschaft mit acht Punkten Vorsprung gesehen, doch es sollte völlig anders kommen. Denn dank dem goldenen Tor von Mario Götze bezwang der BVB die Bayern in ihrer Arroganz Arena. Der Frust der Bayernspieler klang noch in den Interviews nach. Sie waren viel besser und ein Unentschieden wäre doch das Mindeste gewesen. Das die Bayern aber in den gesamten 90 Minuten gerade einmal zweieinhalb Torchancen zu verzeichnen hatten, schien bei den Bayern-Akteuren untergegangen zu sein. Der FC Bayern hat ganz offensichtlich einen neuen Angstgegner: Borussia Dortmund.



Sebastian Kehl